Jacques Osinskis Inszenierungen bestechen durch ihre Eleganz und die Sensibilität, mit der der Regisseur an sein Werk geht. Er versteht sich als Erbe einer langen Theatertradition. Dementsprechend gehört er nicht zu den lautstarken Erneuerern seines Fachs, sondern zu denen, die ästhetische Formen ganz leise, aber mit Bestimmtheit und Beharrlichkeit verändern. Zu Beginn seiner Arbeit an einem Stück kümmert er sich präzise um die konkrete Gestaltung von Raum, Zeit, Bild und Figuren, doch sein Hauptinteresse gilt dem Text, genauer gesagt, dem, was zwischen den Zeilen steht. Das will Osinski aufspüren. In seiner ausgeprägten Liebe für Seltsames, Irreales und Unlogisches kommt Shakespeare dem Regisseur sehr entgegen. Shakespeare, der Zauberer, der meisterhafte Schöpfer phantastischer Welten. Shakespeare, dessen Einfallsreichtum keine Grenzen kennt. Das Wintermärchen liest sich von hinten nach vorne. Am Morgen eines neuen Lebens. Wenn alles verlischt und von neuem beginnt. Ein freudiges, zauberhaftes Schauspiel. Wenn das Kind den Erwachsenen einholt, wenn der Tod der wiedergeboren Natur weichen muss. Treten Sie ein in Shakespeares Märchenwelt! Der Weg lohnt sich. Hier gleicht nichts dem, was sie schon kennen. Jacques Osinski macht das Unmögliche möglich. Wunderbares Theater!