1961 begann unter dem französischen Kulturminister André Malraux der kulturelle Dezentralisierungsprozess in Frankreich : Das Prinzip der Finanzierungsparität wird verabschiedet. Die Hälfte des Budgets einer Kulturinstitution wird vom Staat bezahlt, die andere Hälfte von den Gebietskörperschaften.
1991 werden die Maisons de la culture (Kulturhäuser), die Centres d'action culturelle (Kulturzentren) und die Centres de développement culturel (Kulturentwicklungszentren) unter dem Begriff und Label Scène Nationale (Nationalbühnen) zusammengefasst. 2006 gibt es in Frankreich 69 Nationalbühnen.
Ziele
Generell : „Allen Franzosen und Französinnen soll die Möglichkeit geboten werden, in ihrer Nähe qualitätvolle Kunstwerke und Aufführungen in allen Kunstsparten zu sehen“ ( André Malraux ).
Produktion : Die Nationalbühnen müssen anspruchsvolle Kunst fördern und entsprechend ausgerichtet sein, KünstlerInnen in residence aufnehmen und ihre Projekte unterstützen.
Verbreitung : Die Nationalbühnen müssen Vorbilder im Bereich der Programme sein und das zeitgenössische Kunstschaffen in allen Kunstsparten (Theater, Tanz, Musik, Zirkus, etc.) in den Vordergrund stellen.
Sie müssen danach trachten, die Bildung und das Wissen ihres Publikums zu erweitern. Ihr Bildungs- und Informationsauftrag besteht darin, die Neugierde und die Lust an der Kunst zu fördern und das Publikum in Offenheit und Kritik zu schulen.