Theater − Musik
| grande salle | Dauer ca. 2 h 20 | im Rahmen des Festivals TRANS(E)
französische Erstaufführung
auf Deutsch mit französischen Übertiteln
Donnerstag 22 März 2012 um 19 h 30
Freitag 23 März 2012 um 20 h 30
Nurkan Erpulat und Tunçay Kulaoğlu
Zu Beginn der 80er Jahre inszeniert Jean-Claude Penchenat, einer der Mitbegründer des Théâtre du Soleil, unter anderem mit Ariane Mnouchkine und Philippe Léotard, mit etwa zwanzig Künstlern für das Théâtre du Soleil das stumme Tanzmusikal Le Bal.
Von der Volksfront bis in die 80er Jahre lässt man hier alle großen Ereignisse der französischen Geschichte Revue passieren: die Zeit der deutschen Besatzung, die Befreiung, den Algerienkrieg, den Mai 68. All dies wird untermalt durch angesagte Lieder und Tänze. Der Erfolg folgt auf den Fuß. Einige Jahre später adaptiert Ettore Scola dieses Stück für das Kino und erhält dafür den César für die beste Regie, wird für den Oscar nominiert und auf der Berlinale mit dem Silbernen Bären ausgezeichnet. Fast dreißig Jahre später wird der Film von dem jungen Berliner Künstler Nurkan Erpulat, dessen Werke an Vorurteilen und Konformismus rütteln, erneut adaptiert und zeigt eine deutsche Version von Bal. In Lö Bal Almanya, einer verblüffend kraftvollen Nacherzählung der fünf Gastarbeiterjahrzehnte in Deutschland zeigt er anhand akribischer Recherchen, dass die „offizielle“ Lesart diesbezüglich eine unerträgliche Litotes darstellt. Auf der Bühne haben die KünstlerInnen Gelegenheit, ihr großartiges Können auszuspielen. So ganz nebenbei verraten sie uns, warum die Geschichte der Gastarbeiter umgeschrieben werden muss.
musikalische Leitung Tobias Schwencke / Dramaturgie Tunçay Kulaoglu mit Hilfe von Marion Meyer / Regieassistenz Paulina Papenfuß / Ausstattung Justus Saretz mit Hilfe von Sebastian Simon / Lichte Hans Leser / Kostüme Lea Walloschke mit Hilfe von Lena Buchwald / mit Peter Becker, Melek Erenay, Katharina Koch, Tobias Schwencke, Muri Seven, Sesede Terziyan, Cem Sultan Ungan, Michael Wenzlaff, Mehmet Yılmaz
Produktion Kultursprünge im Ballhaus Naunynstraße. Durch die Kulturstiftung des Bundes / die Schering Stiftung gefördert.
* champ obligatoire